Mut

Glaube, Rechtschaffenheit und Freundlichkeit sind das eine, was einen redlichen Wächter über das Seelenheil der Menschen auszeichnet, doch sind all diese Prinzipien nichts, ohne den Mut, auch für diese Prinzipien einzustehen und sie - wenn nötig - den Verstockten auch einzubleuen.

Bei den meisten Schäfchen Eures Sprengels dürfte eine ordentliche Kopfnuß genügen, sie auf den Pfad der Tugend zurückzuführen, jedoch, die Zeiten sind dunkel. Ekles Gezücht,
mit dem Versucher selbst im Bunde, kriecht aus seinen Verstecken, den Rechtschaffenen Pein und Mißlichkeit zu bereiten. Einstmals gute Menschen, die sich dem Dunklen hingegeben haben, versuchen die Gläubigen in ihre
unaussprechlichen Kulte zu locken. Hier stößt die väterliche Hand des Hirten an seine Grenzen und es bedarf stählerner Hilfsmittel, diesem Ärgernis Herr zu werden.

Doch ach, die Kassen der Kirche sind leer und der Schmied will bare Münze. Da hilft dem wackeren Hirten nur eins:
Die Ärmel aufgekrempelt und mit Gottvertrauen selbst an den Amboß gestellt !

Dem Bruderzur Hülfe, der wie ein Neugeborenes zum ersten Mal Hammer, Amboß und Esse erblickt, seien im Folgenden einige Anleitungen gegeben.

Doch zunächst sollst Du Dich fragen, wessen es zur Verteidigung des Glaubens bedarf. Du magst auf die schönen Schwerter der Elfen und Ritter schielen, doch lasse Dir gesagt sein, daß solch eine Waffe sich für den Hirten nicht geziemt. Einerseits gebietet es die Demut, daß sich der Hirte nicht besser machen soll als seine Schafe und daher die Waffe des Adels meidet. Andererseits zerschmettert die Faust des Herrn seine Feinde, sie zerschneidet sie nicht.

Der demütige Bruder wird daher zu den Feinden des Glaubens gehen, wie der Bauer zum Stroh, der Holzfäller zur Eiche und der Schmied zum Amboß. Seine Waffen sollen sein:

1. Der Streitkolben

2. Der Flegel

3. Der Hammer

4. Die Axt

Da der Hirte nicht verantworten kann, daß er im Kampfe schaden nähme, da dann die Seelen der Gemeinde brach lägen, soll er ferner einen

Schild

tragen, der die Hiebe und Geschosse der dunklen Mächte von ihm abhalte.
 

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