Die Axt



 

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Der Stiel der Axt wird genauso hergestellt, wie bei allen anderen Stangenwaffen. Um Wiederholungen zu vermeiden, habe ich hier einen Link zur Baubeschreibung des Stiels beim Streitkolben eingefügt. Die Polsterung des Stiels geht bis zu der Stelle, an der das oder die Axtblätter beginnen. Der obere Abschluß wird erst später, nach dem Setzen des Blattes (bzw. der Blätter) aufgeschoben.

Jetzt ist es Zeit sich über das Design der Axt Gedanken zu machen. Anregungen geben hier diverse Bücher und Filme. Auch im Internet kann man sich Inspirationen holen (So gibt es ganz hervorragende "Schnittmuster" auf der Seite von Jörg Weber und eine ganze Waffengalerie (Designmuster der Latexwaffenschmiede KinCheap, siehe auch die Händler-Links) auf der schwedischen Seite Syskonskapet (die Seite ist zwar auf schwedisch, aber die Bilder sprechen für sich; hier gibt es im übrigen auch noch Designbeispiele für Schwerter, Dolche, Streitkolben, Speere und Stäbe). Das Axtblatt wird jetzt erstmal auf Pappe oder Zeichenkarton (aber auch alte Packungen von Tiefkühlpizzas sind hervorragend geeignet) aufgezeichnet und ausgescnitten. Mit Hilfe dieser Schablone wird die Blattform nun jeweils einmal auf ein 10 mm Evazote und zweimal auf 3 mm  dickes Stück Polsterwaffenschaumstoff übertragen (bei Schmetterlingsäxten jeweils doppelt so oft). Der Polsterwaffenschaumstoff (Marmorschaumstoff, weißer Schaumstoff - wie auch immer: halt der, den es im LARP-Handel zu kaufen gibt) ist für die Abstützung des schmuseweichen Evazote-Kerns des Axtblattes am besten geeignet, da er etwas steifer ist als Evazote oder simpler 0/8/15-Isomattenschaumstoff und so die Glasfasermatte (dazu kommen wir noch) nicht die ganze "Stabilisierungsarbeit" leisten muß.
Diese drei (oder sechs) Stücke werden jetzt mit Pattex aufeinander geklebt, so daß man jetzt ein     16 mm dickes Blatt bzw. zwei Blätter hat.
Das Blatt bzw. die Blätter werden jetzt mit Pattex an den Kernstab, unmittelbar über der Polsterung angeklebt. Dabei den Kleber zunächst nach Vorschrift  (auf beiden Seiten dünn auftragen, trocknen lassen, dann fest zusammenpressen) verwenden und dann die verbleibenden Rillen satt mit Pattex auffüllen (dies ist ungemein wichtig, will man nicht, daß die Axt nach dem ersten Schlag um den Kernstab rotiert !). Jetzt kann auch das obere Stück Rohrisolierung bis an das Blatt aufgeschoben, festgeklebt und, wie beim Streitkolben beschrieben, "verkorkt" werden.

So, jetzt kommen wir zu einer riesen Sauerei:
Zunächst einmal werden zwei Stücke Glasfasermatte (gibts im Baumarkt in der Abteilung für Autoreparatur) so zurechtgeschnitten. daß sie in etwa der Form des Axtblattes entsprechen, jedoch rundherum ca. 5 cm vom Rand haben. Bei einer Schmetterlingsaxt werden nicht etwa für jedes Blatt zwei Matten geschnitten, sondern nur insgesamt zwei, auf jeder Seite nur eine, die über den Kernstab verläuft.
Dann wird Polyesterharz (im Baumarkt in der gleichen Abteilung wie auch die Matten zu finden) in ausreichender Menge angesetzt (auf die richtige Mischung von Harz und Härter achten !) und die Mattenstücke mit dem Harz getränkt (dabei auf jeden Fall Schutzhandschuhe aus Cellophan tragen).
Die Matten werden dann - noch feucht - auf die Axtblätter aufgelegt, wobei auf einen gleichmäßigen Abstand zum Rand geachtet werden sollte. Das Ganze wird dann mit einem Pinsel festgedrückt, an den Rändern etwas verschmiert und dann ausgiebig zum Trocknen weggelegt.

Ist die Glasfasermatte trocken, wird über die gesamte Axtbreite von beiden Seiten noch eine           10 mm starke Schaumstoffmatte mit Pattex aufgeklebt.  Jetzt noch die fehlende Rundung über (und bei einer einseitigen Axt auch hinter) dem Axtblatt, zwischen den Enden der Rohrisolierung ergänzen (dazu wird ein Stück Rohrisolierung entsprechen zugeschnitten), Verzierungen anbringen wie z.B. eine zusätzliche Verstärkung aus Schaumstoffmatte über Axtblatt und Stiel geklebt und mit Schaumstoffnieten versehen oder eingebrannte Symbole und die Axt kann geschärft werden.

Dazu wird auf der Mitte der Evazotematte sowie auf der ober und Unterseite der Axt der Klingenverlauf angezeichnet. Der Klingenferlauf sollte dabei mindestens 5 cm Abstand von der Polyestermatte haben. Danach wird die Klinge mit einem wirklich scharfen Messer entlang der Linien geschnitten. Dabei mit dem Messer nur ganz ruhige Schneidebewegungen vollführen (idealerweise auf einer Klingenseite nur jeweils in eine Richtung - auf oder ab). Auf gar keinen Fall zu schnell schneiden, da bei der hier beschriebenen Sandwitchbauweise das Evazote sich schlechter scneiden läßt als der Polsterwaffenschaumstoff und somit bei zu schnellem Durchziehen des Messers Unebenheiten in der Klinge entstehen, die sich später nicht mehr ausbügeln (im wahrsten Sinne des Wortes) lassen und die so gravierend sind, daß sie die Klinge später unansehnlich machen (kleine Unebenheiten können als Scharten verkauft werden und geben der Waffe einen etwas rauhen Flair).

Bis zu einem gewissen Grade kann die Klinge auch noch mit 100er Schmirgelpapier und/oder einem Bügeleisen (Stufe II bis III) geglättet werden. Gut geht: Vorarbeit mit Schleifpapier, Nacharbeit mit Bügeleisen.

Wer wirklich gerade und glatte Klingen haben will, sollte sich einen Schaumstoffschneider (oder auch foam-cutter) zulegen. Das ist im Prinzip eine Art Laubsägebügel zwischen dessen beide Enden anstelle des Sägeblattes ein dünner Draht gespannt ist und in dessen Griff zwei Batterien kommen. Mit einem Schalter kann man nun die Batterien über den Draht kurzschließen, wodurch sich dieser aufheizt und sich somit durch den Schaumstoff schmilzt. Das funktioniert ganz hervorragend (kleinste Unebenheiten kann man dann auch noch wie oben beschrieben beseitigen). Man sollte sich aber einen ordentlichen Vorrat an Draht zulegen, da dieser wirklich dünn ist und daher leicht reißt.
Ein solches Gerät gibt es in jedem Hobby- bzw. Bastelladen für ca. 20-40 DM (Es gibt auch teurere, die haben m.E. aber keine Vorteile.
Begabte können sich so einen Schaumstoffschneider aber auch unter Verwendung einer Laubsäge, eines Drahtes, eines Schalters und zweier 1,5 Volt-Batterien (in Reihe schalten) selber bauen.

So, nun ist der Rohling fertig kann mit Latex eingekleistert werden. Dies läuft dann genauso wie beim Streitkolben ab.
 
 


Eine Axt (Blattdesign von Jörg Weber) mit extrem barbarisch wirkenden und hand-
schmeichelnden Puschelchen an den Griffenden (einfach ein Stück Rohrisolierung
abrunden und mit Puschelstoff oder Resten von massakrierten Teddybären bekleben)

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